Chronik.Ereignis1046 Der Gefangene von Taladur 04
Gräflich Taladur, 19. Rondra 1046 BF
Auf der Hacienda Caballata (Früher Morgen)
Autor: Familia Cordellesa
Guillermo Cordellesa und Migell de Vega y Urrego kamen mit der Kutsche auf der Hacienda Caballata an und stiegen aus. Im Gesicht von Guillermo konnte jeder Anwesende seine sehr schlechte Laune lesen.
Leandro von Honingen öffnete die Tür der Hacienda und ging den beiden Neuankömmlingen entgegen, um sie zu begrüßen. „Guten Morgen Dom Guillermo, Dom Migell, Ihr…“
„Ist meine Frau schon wach?“, schnitt Guillermo Cordellesa ihm das Wort ab. Leandro von Honingen ließ sich seine Verwunderung nicht anmerken und antwortete sogleich „Ja, eure Frau ist schon wach, die Domna frühstückt gerade.“
„Lass vier Pferde satteln, die Domna, ich, Migell, und du machen einen Ausritt.“ Ohne ein weiteres Wort ließ er Leandro stehen und ging in die Hacienda, um mit seiner Frau zu sprechen.
Kurze Zeit später trabten vier Rösser über die saftigen Weiden von Gräflich Taladur hin zu einem kleinen Waldstück, vor dem eine schlichte Bank stand. Man stieg schweigend ab. Guillermo zog ein Schriftstück aus seiner Arbeitsmappe.
„Eine Abschrift der Verlautbarung, von der ich eben sprach. Migell, Leandro, wir können dem Spiel nicht entgehen, aber die Folgen mildern. Wir dürfen uns von den anderen Familias aber nicht in die Karten schauen lassen.“ Er gab die Abschrift Leandro und dieser las diese vor.
„Sie haben den Vivar zwei Götterläufe eingekerkert! Oh, ihr Götter! Was haben sich diese Stümper gedacht? Sind die von Hesindes Gaben komplett verlassen? Haben die Alaun gefressen? Diese…. Tandori, Amazetti und die von Zalfor werden uns alle damit ruinieren.“
Betroffene Gesichter.
„Man hat mich in Unkenntnis gelassen, gar mir diese Information böswillig unterschlagen! Das ist eine Frechheit ohne gleichen und das schwächt unsere Position immens! Das wird die Gräfin erfahren. Diese Idioten, sollen sie alle in die Niederhöllen fahren!“ Guillermo schrie nun vor Zorn. „Dem Vivar wird eine Blutschuld unterstellt. Er hätte mit seinen Getreuen diese beiden Dummköpfe Kelsor und Alonso Tandori, den ehemaligen Verlobten von Contessina Amazetti überfallen und ermordet. Die Schulden seiner Baronie sind unglaublich hoch und werden sich niemals eintreiben lassen, das müsste allen klar sein. Das riecht alles nach Rache. Ich habe die letzten 20 Jahre meines Lebens dem Wiederaufbau des Vermögens der Cordellesa gewidmet, ich werde mir das nicht ruinieren lassen, dazu bin ich fest entschlossen.“
Fabia war sichtlich betroffen. „Weißt du, wie es Dom Leon geht?“
Guillermo blickte gen Himmel. „Das weiß ich nicht, ich denke aber, es geht ihm gut. Wenn du ihn besuchen willst, dann sollte Migell dich begleiten, um Gerede vorzubeugen. Der Gardecapitán ist ein unfähiger Kriecher, aber auch ein Feind der Amazetti, erinnere ihn doch an gemeinsame Interessen und dass er bestimmt irgendwann Unterstützung braucht. Ich werde nicht mitgehen. Die Cordellesa waren im Gegensatz zu eurer Familia den de Vivar nie zugetan. Erklärt ihm, dass die Cordellesa nun zwangsläufig auch Kläger sind, auch wenn wir die Schulden der Baronie, die uns um ein Haar ruiniert haben, abgeschrieben haben. Die Pferde hat er damals übernommen, auch wenn er den Wein nicht getrunken hat. Wir können von der Klage nicht zurücktreten und er entkommt der Anklage nicht. Vielleicht lässt sich aber eine Übereinkunft schließen. Du solltest mit Selea Fabiola Al'Morsqueta und Issime sprechen. Ich werde mich bei Algerio von Culming melden. Wir müssen klar machen, dass ich davon nichts wusste.“
Leandro meldete sich zu Wort: „Die Familia Vivar hat viele Verbündete. Familia de Braast, um nur einen zu nennen. Es wird schwierig werden, Kämpfe zu vermeiden. Ich empfehle für die Güter Vorkehrungen gegen Brände und Verwüstung zu treffen. Die Hacienda Caballata dürfte deutlicher im Fokus stehen als die Finca de la Vega. Euer Sohn Erresto sollte dennoch seine Bücher schützen.“
Guillermo überlegte kurz. „Diese Details überlasse ich dir, Leandro, berate dich mit Raulo und Nestario, berichte uns aber immer schnell. Schicke Erresto umgehend zu mir nach Taladur, wenn er wieder zurückgekehrt ist vom Fest der Freuden aus Dschambulkant oder wie dieser Ort heißt. Es müssen Söldner angeworben werden, ich will Doppelsöldner und Schützen. Erkundigt euch nach Kosten und Verfügbarkeit.“
Leandro nickte.
„Fabia, ich möchte gerne mit dir alleine reden, lass uns noch ein Stück reiten. Migell, Leandro, ihr entschuldigt uns? Wir sehen uns später.“