Chronik.Ereignis1044 Aufstieg der Cordellesa 15
Taladur, 14. Peraine 1044 BF
Im Castillo Spähricht
Autor: Familia Cordellesa
In der ehrwürdigen Grafenhalle, erhellt durch etliche Fackeln, versammelten sich auf den Ruf der Gräfin Groschka Tochter der Bulgi der Grafenhof zur feierlichen Berufung des neuen Administradors Guillermo Cordellesa. Unter anderen waren auch Birlosch Sohn des Birbosch der Gräflicher Contador, Juliana Cuana Garlischgrötz von Hellenwald und Ischabax Sohn des Isnamon zugegen. Anwesend waren auch weitere hohe Gäste der Stadt Taladur.
Im Zentrum stand die Gräfin selbst – würdevoll, in ein wehrhaftes, aber fein gearbeitetes Kettenhemd gehüllt, das ihre Autorität und Wehrhaftigkeit unterstrich.
Zu ihrer Rechten stand Contessina Amazetti, die Burgcapitana, scharf blickend, mit einer Haltung, die keinerlei Zweifel an ihrer Wachsamkeit, aber auch Ihres Unmutes lies.
Juliana Cuana Garlischgrötz von Hellenwald, die Administradora von Bangour stand wie üblich zwischen den zwergischen Vertretern, mit denen sie immer wieder in deren Sprache kurze Kommentare austauschte. Ihre Haltung war aufrecht, die Kleidung edel aber schlicht in den Farben ihrer Familia. Sie verfolgte aufmerksam die Zeremonie, sichtlich mehr daran interessiert wie die Zwerge aus der Gefolgschaft der Gräfin auf den neuen menschlichen Würdenträger reagieren würden.
Nicht weit davon Sacramoro Mengozzi, der Garde-Capitan der Reichstadt, in voller Rüstung, das Wappen der Wehr glänzend auf der Brust, unruhig hin und her blickend.
Der Ratsmeister Galeazzo von Zalfor der Reichstadt Taladur war natürlich ebenfalls erschienen – mit steinerner Miene und verschränkten Händen, wohl ein Zeichen seiner abwägenden Beobachtung.
Guilermo Cordellesa trat vor. Seine Frau Fabia Marcella de Vega y Urrego und seine Kinder Erresto Cordellesa, Raulo Cordellesa, Emiglio Cordellesa und Madalena Cordellesa, sowie sein Schwager Migell de Vega y Urrego standen ehrfurchtsvoll in einigem Abstand, sichtlich bewegt.
Als er vor der Gräfin niederkniete, senkte sich ein feierliches Schweigen über den Saal.
Die Gräfin sprach die Berufungsworte mit klarer Stimme, dann überreichte sie ihm das Amtszeichen.
Mit dem abgelegten Eid auf Krone, Recht und Treue war die Berufung vollzogen.
Die Anwesenden neigten respektvoll die Häupter, und als der neue Verwalter sich erhob, blickte man ringsum in ernste Gesichter.
Die Bedeutung des Moments lag schwer in der Luft – ein neues Kapitel für Gräflich Taladur, den Adel und die Familias der Stadt, bezeugt von ihren wichtigsten Händen und Augen.